We go forward.

SNOWPIERCER ist einer der besten, aufwühlendsten und relevantesten Filme, die wir in diesem Jahr gesehen haben. Joon-ho Bongs Fähigkeit fantastische Elemente so aufzubereiten, dass sie gesellschaftliche und menschliche Krisen schmerzhaft und unterhaltsam auf den Punkt bringen ist beeindruckend und bewundernswert. 

(via lebeeson)

Der vorerst letzte Post mit, sich stapelnden Fußballern. Versprochen. Aber da wir auf zwei Texte gestoßen sind, die spannende Verbindungen zwischen Fußball-Narrativen, Dramaturgie und dem Erzählen an sich knüpfen und weil uns die letzten Minuten des Finales so bewegt haben wie lange nichts, das zufällig bis beabsichtigt im deutschen Fernsehen lief, hier noch zwei Empfehlungen:

Zum einen wurde Nikolaus von Festenberg (Tagesspiegel) von der Kluft zwischen Spiel- und Spielfilmdramaturgien der letzten Wochen, dazu inspiriert mehr Pathos im deutschen Film zu fordern. Fucking A!

Katti Jisuk-Seo und Mark Wachholz decken in ihrem dreiteiligen Essay  "Fußball-Storytelling und der deutsche Film" auf großartige Weise narrative Dynamiken in den Kommentaren eines Fußballspiels auf. Genauer gesagt vergleichen sie deutsche und britischer Fußballkommentare des Halbfinals Deutschland/Brasilien und erläutern anhand dieser Vergleiche storytechnische Mechanismen. Der Text ist also nicht nur, was Storytelling im allgemeinen betrifft, interessant, sondern beleuchtet ebenso die Expertise des Kommentierens an sich. Also: Die perfekte Strandlektüre für die Sportredakteure unseres Vertrauens. 


Wenn wir einen Sender aus dem Boden stampfen dürften, würden Menschen, wie Katti Jisuk-Seo und Mark Wachholz zu den wichtigsten MitarbeiterInnen zählen. Sie würden sicher stellen, dass allen Redakteuren die wichtigsten Mechanismen des Erzählens geläufig wären. Anstelle von halbherzig importierten Betriebswirtschaftsfloskeln würden jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin um die wichtigsten Aspekte des Geschichtenerzählens wissen und sie als 1x1 auf der Suche und beim Formen neuer Unterhaltungsformate benutzen. Die Auseinandersetzungen um neue Shows, Serien und Factual-Formate würde dementsprechend mit hohem dramaturgischen und filmischen Sachverstand auf allen Seiten geführt werden.  Es würde eine Kultur der Unterhaltungsexpertise heranreifen…die klügsten und kreativsten Menschen würden hier zusammen kommen um ein Programm zu gestalten, das neue Maßstäbe setzen würde…

Was desöfteren in Vergessenheit gerät: Menschen mit wahrhaftiger Leidenschaft, Haltung, missionarischem Antrieb und fundiertem deutlich werdendem Wissen funktionieren auf unseren Bildschirmen häufig außergewöhnlich gut. Case in Point: Mehmet Scholl in den vergangenen Wochen. Oder Jürgen Klopp vor einigen Jahren als WM-Experte im ZDF.  

Was diese Menschen, und denn Herrn in obigem gif so sympathisch macht und ihre Begeisterung weniger preachy als ansteckend erscheinen lässt, ist  die Tatsache, dass ihre Leidenschaft und ihr umfangreiches Wissen im direkten Dienst einer größeren Sache eingesetzt wird. Wissenschaft, Neugierde, …oder eben Fußball. Themen, für die wir uns begeistern können und für die, diese Figuren als Medien, Vermittler Priester und Botschafter fungieren und in deren Dienst sie sich stellen. Wenn die Begeisterungen für positive Themen und Ziele im Vordergrund steht, sinkt die Gefahr von - insbesondere im öffentlich-rechtlichen Kontext gefürchteten - Oberlehrereffekten. 

(via okbjgm)

todaysdocument:

The Apollo 11 Moon Landing was televised worldwide and watched by 500-600 million, becoming a major cultural touchstone of the 1960s. Crowds from across the globe were mesmerized by the event, as shown in this clips from the film “Moonwalk One,” recently digitized by our colleagues in the National Archives’ Media Preservation Lab.

Moonwalk One, ca. 1970

From the series: Headquarters’ Films Relating to Aeronautics, 1962 - 1981. Records of the National Aeronautics and Space Administration, 1903 - 2006

via Media Matters » Stepping Stones to the Moon

BR alpha, bzw., seit geraumer Zeit ARD alpha überträgt hin und wieder die deutsche live-Fernsehübertragung der Mondlandung von 1969. Als wir die Übertragung vor ein paar Jahren zum ersten Mal sahen wurde uns zum ersten Mal bewusst, inwiefern die Mondlandung, neben ihrer Bedeutung als menschlicher Pionierleistung und den politischen Implikationen, ein maßgebliches und gigantisches Fernsehereignis war. 

Unser Gedanke.



Foto: via DUEILV’s facebook. 

Heute Abend, 22.15 Uhr. Wir sind sowas von gespannt. 

Nochmal zum 1999 so schön in THE WEST WING proklamiertem Thema der Privatsphäre: 



FRONTLINE, die Reportage-Reihe von PBS, fasst die Entstehung des NSA-Überwachungsapparates in zwei Teilen der Dokumentation UNITED STATES OF SECRETS nachvollziehbar, gut recherchiert, klar und deutlich zusammen. 

Inzwischen können wir beinahe verstehen, warum sich Sorkin für THE NEWSROOM gegen ein rein fiktionales Universum und für eine Fiktion entschied, die sich an realen Vorkommnissen orientiert.